Das BGC-Team im Porträt: Lisa (2/6)

Wir machen bei unserer kleinen Blog-Reihe zum BGC-Team chronologisch weiter und sind bei unserem Redaktions- und Lokalisierungswunder Lisa gelandet. Wie es zu ihrer Vorliebe für Partyspiele ohne Double-Bass gekommen ist und was sie bei uns alles im Verlag macht, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Wie bist du zu Board Game Circus gekommen?

Ich kam als Übersetzerin über mein Hobby Brettspiele in die Verlagswelt und zu Board Game Circus. Nach meinem Übersetzungsstudium hatte ich mich direkt selbstständig gemacht und erst einmal in anderen Fachgebieten übersetzt, unter anderem im Marketing. Doch damit war ich noch nicht glücklich. Eines Tages kam dann eine Anfrage zu einem Brettspiel-Lektorat von meinem wundervollen Kollegen Frank (Spoiler zu einem kommenden Blogbeitrag). Ich wollte Veränderung – und Brettspiele nicht nur spielen, sondern bearbeiten! Auf der SPIEL 2019 habe ich dann unseren Verlagschef Daniel zum ersten Mal getroffen. Damals hatte ich mich zwischen Buntes-Burano-Flaggen als Freelancerin vorgestellt für das deutsch-englische Übersetzungsteam des heutigen Translation Circus. Kurze Zeit später kam auch schon das erste Projekt und fast ebenso schnell die Frage, ob ich nicht fester Teil des nur 2 Köpfe kleinen Teams werden wollte. Und so startete ich 2020 bei Daniel und Dirk in die Festanstellung, in erster Linie als Übersetzerin und Projektmanagerin für den Translation Circus.

Was sind deine Aufgaben im Verlag?

Auf meinem Schreibtisch dreht sich alles um Lokalisierungen, vor allem unsere eigenen. Von Obsthain bis Mythwind mache ich Übersetzungen und Lektorate, meistens und am liebsten im Tandem mit Frank. Im „Handbuch für Brettspiele“ habe ich zusammen mit Sebastian Wenzlaff auch mal einen Artikel über Lokalisierung und Redaktion geschrieben. Ich übernehme bei uns auch Layout- und Grafikarbeiten zu einzelnen Spielen, erstelle Druckdaten und prüfe Vorabexemplare, beteilige mich am Scouten und Testen von neuen Spielen für unser Portfolio und betreue bei Messen unseren Stand mit – vielleicht habe ich euch ja schon mal ein Spiel erklärt?

Wie bist du zum Spielen gekommen?

Der Einstieg ins Brettspielhobby kam bei mir erst als Teenagerin über Partyspiele und (ganz klassisch) mit Catan und Carcassonne. Bis dahin wurden in meiner Familie eigentlich nur Rommé, Ohne Moos nix los und Skip-Bo gespielt, bei denen die Karten alle ähnlich abgenutzt waren. Nachdem es bei mir dann immer komplexere Spiele wurden, geht’s gerade wieder zurück Richtung Partyspiele. Denn was ich am Spielen besonders mag, sind die Emotionen. Ich will gemeinsam lachen, miteinander reden und zusammen eine gute Zeit haben – und auch mal schadenfroh sein oder mich ärgern. Für mich stehen beim Spielen die Menschen am Tisch im Vordergrund. Und ich habe lieber was von ihnen, als mit Scheuklappen grübelnd am Tisch zu sitzen. :) Ich habe schon beim einfachen Um-die-Wette-hoch-und-wieder-runter-Würfeln Tränen gelacht.

Hast du Lieblingsspiele?

Hitster, anyone? Aber bitte ohne Regeln und nicht um Punkte, sondern einfach fürs gemeinsame Raten, Freuen und Schwelgen in Erinnerungen, die von Liedern ausgelöst werden, die man ewig nicht gehört hat. Nach Hitster kommt erst mal lange Zeit nichts … Spaß! Ich mag So Kleever und Time’s up für den schnellen Spaß und Team-Momente. Auch Terraforming Mars ist bei uns ein Dauerbrenner. (Ja, ab und zu grüble ich dann doch mal. Und versuche immer, möglichst viele Tiere und Wälder zu spielen.) Cantaloop (1!) fand ich großartig, genau wie Miezekatze und MicroMacro. Auch unser Witchbound liebe ich sehr. Und weil Japan mein Lieblingsreiseland ist: Let’s go to Japan, Yotei und unser Kintsugi und Naishi (um noch mal eigene Titel reinzuschmuggeln). Zu einem davon gibt’s auch eine ganz besondere Geschichte. Wer Brettspielmagazine liest, ist vielleicht schon drüber gestolpert. Als Hinweis gibts hier auch ein Foto.

Was machst du, wenn du dich nicht mit Spielen beschäftigst?

Ich liebe Japan und möchte so oft wie möglich dorthin reisen. Ich plane die Reisen auch sehr gerne – da bin ich gedanklich schon fast dort und Vorfreude ist etwas Tolles. Und ich steh’ auf Excel-Listen. Mit Bildern. Ansonsten findet ihr mich beim Campen, auf Konzerten, beim Improtheater-Spielen, beim Karaoke, auf Mittelaltermärkten, beim Stardew-Valley-Spielen, beim Ausprobieren eines neuen Hobbys (schon wieder?!), mit meiner Katze und einem Kaffee auf der Couch (mit Latte Art und aus der Siebträgermaschine, klar), oder in den Cafés Bayreuths.

Und zu guter Letzt noch die Abschluss-Fragerunde:

Welcher Song muss bei dir bei der Arbeit laufen?

Beim Übersetzen höre ich zwar meistens gar keine Musik, aber bei anderen Aufgaben läuft Chill-hop, am besten mit urlaubigem Video dazu à la Flavour Trip. Nach der Arbeit geht dann die Was-ist-das-schon-wieder-für-ein-krasser-Wechsel-und-im-Auto-lauthals-mitsing-Playlist an mit Linkin Park, Roy Bianco & die Abbrunzati Boys, Anime und Disney Songs, Kraftklub, Electric Callboy, Nina Chuba, Scooter, Ikkimel, Kaffkiez, Ski Aggu, Wir sind Helden, beastboy, … Nur nichts mit zu viel Doublebass. Gerade höre ich Chapo102 und anaïs sehr gern.

Deine 3 Lieblingsmomente bei BGC?

– Bei uns im Team ist es (irgendwie, ich weiß auch nicht, hihi …) zur Tradition geworden, nach unseren langen Messetagen abends noch Hitster zu spielen. Und ich freue mich jedes Mal auf die Gespräche und Erinnerungen, die dabei rauskommen.

– Die Einweihung vom Brettspielkiosk in Bad Krozingen, wo wir bei bestem Wetter draußen saßen und so viel Spaß mit einem Partyspiel hatten, dass wir es danach sogar herausgebracht haben.

– Die Überraschung und Wertschätzung von Frank und Judson, als ich bei Deep Regrets angemerkt hatte, dass eine Illustration gespiegelt werden müsste, weil beim Heilbutt die Augen typischerweise nicht auf der linken Seite des Kopfes sind, sondern auf der rechten. Da sieht man mal, wie tief (haha, weil deep … nein?) wir in die Spiele eintauchen, die wir so bearbeiten. :)

– Nur drei? Das ist zu wenig! Eine BerlinCon, auf der sich am Ende des Tages jemand per Fistbump bei mir für die beste Spieleerklärung des Tages bedankt hat – stellvertretend für jede Messe, auf der ich nicht nur unser wundervolles Team sehe, sondern euch! Es gibt mir so viel, eure Begeisterung zu spüren und zu sehen, wofür ich meine Arbeit am Schreibtisch im Homeoffice mache. Klingt zwar schleimig, ist aber so, und muss mal gesagt werden. :)

Das nächste Spiel von Board Game Circus wird hoffentlich ein …

… richtig schön thematisches, da macht das Übersetzen nämlich besonders viel Freude! Oder Witchbound 2 bis 23.