Das BGC-Team im Porträt: Mel (7/6)

Ihr dachtet unsere Blogreihe ist bereits zu Ende? Überraschung wir haben noch jemand neues. Unsere Grafikerin Mel ist schon länger freiberuflich für Board Game Circus aktiv und seit Sommer offiziell Teil des Teams. Erfahrt mehr über ihre Lieblingsspiele, wie sie zum Verlag kam und was sie sonst alles kreativ in ihrer Freizeit macht. 

Wie bist du zu Board Game Circus gekommen?

Ich hatte mein bisheriges Berufsleben der fotorealistischen Architektur-Visualisierung gewidmet. Nach etwa 10 Jahren wollte ich diesen Bereich verlassen und nach einem missglückten Quereinstieg in die Software-Entwicklung (danke, K.I.), erfasste mich die Hoffnung, dass ich meine 3D-Skills auch in der Welt der Brettspiele nutzen könnte. Ergänzt um klassische Mediengestaltung, die mir dank Ausbildung und Studium auch nicht fremd ist, machte ich mich selbstständig und fing an, auf Brettspielverlage zuzugehen.

Im Falle von Board Game Circus kam Daniel mir zuvor. Meine Layout-Künste hatte ich bereits vor echten Aufträgen erprobt, indem ich die Gestaltung für Fan-Varianten zu bestehenden Spielen aus der Solo-Community übernahm. Durch einen Instagram-Post dazu wurde Daniel auf mich aufmerksam und so ergab sich in den nächsten Monaten die Zusammenarbeit als externe Grafikerin. Inzwischen bin ich überglücklich, dass sich unsere Zusammenarbeit so weit intensiviert hat und auch so toll funktioniert, dass ich im Sommer 2026 ins Team aufgenommen wurde. Ich wurde nicht nur total lieb willkommen geheißen, ich fühle mich auch direkt schon pudelwohl. Ich kann mich heute also glücklich schätzen, dass sich der andere Weg nicht ergeben hat (danke, K.I.?) und ich nun mein Hobby mit dem Beruf verknüpfen kann und dazu noch ein so tolles Team gefunden habe.

Was sind deine Aufgaben im Verlag?

Ich darf mich um alle möglichen grafischen Aufgaben kümmern. Über den Board-Game-Circus-Messeauftritt bis hin zu Anpassungen der lokalisierten Spiele.
Zurzeit bin ich auch direkt in eine Eigenentwicklung involviert und erstelle dafür unter anderem den Titel-Schriftzug und das Schachtel- und Kartenlayout. Dass ich dabei mit dem Material einer großartigen Illustratorin arbeiten darf, macht mir besonders viel Freude.

Wie bist du zum Spielen gekommen?

In meiner Kindheit wurde häufig gespielt. Neben Canasta und Kniffel mit Oma erinnere ich mich vor allem an Spiele wie Sagaland, Maulwurf Company und Smellory, mit denen ich viel Spaß hatte. Von Smellory tut mir heute noch die Nase weh (iih, Banane!).

Später kamen dann oft die Spiel-des-Jahres-Titel ins Haus. Den größten Durchbruch bei mir hatte dabei Dominion, was während des Studiums mindestens drei Mal die Woche mit allen Erweiterungen in der Clique gespielt wurde.

Dann gab es leider eine jahrelange Flaute, die ich vor einigen Jahren in meiner Beziehung versuchte zu beenden. Zu Beginn war mein Partner auch noch voll dabei, aber als ich alle paar Tage mit neuen, komplexen Spielen wie Arche Nova oder Anno 1800 ankam, war er schnell wieder raus.
So fing bei mir das Solospielen an, was alles ins Rollen brachte… Ich wurde auf die große, tolle Welt der Solospiele und ihrer Community aufmerksam, wurde selbst Teil eines Podcasts über Solobrettspiele und schloss einige neue Freundschaften. Und ja, wir treffen uns auch mal zum gemeinsamen Spielen!

Hast du Lieblingsspiele?

Bei mir fing alles mit komplexen Eurogames an und bisher weckt aus diesem Feld noch so gut wie jede Neuveröffentlichung meine Neugier. Wenn sie dann noch tolle Illustrationen und ein (ich gebe zu, oft drübergestülptes) interessantes Thema bieten, muss ich sie ausprobieren! Das erzeugt relativ viel Durchlauf in meiner (viel zu großen) Sammlung. Aber ich liebe einfach immer diese ersten Momente, ein Spiel auszupöppeln, das erste Mal aufzubauen, es kennenzulernen und tief in die Grübelei abzusteigen, wie mir die effizientesten Züge gelingen könnten.
Arche Nova und Obsession sind aber weiterhin meine meistgespielten Euros, vorrangig in Mehrpersonen-Partien.

Solo spiele ich sehr gerne Legespiele oder ähnlich Knobeliges – hier sind Harmonies und Zitrushain ganz oben in der Liste der gespielten Partien..

Außerdem liebe ich Deduktion und ich halte Turing Machine immer noch für ein grandioses, haptisches Erlebnis im Gegensatz zu ähnlichen Spielen, die sich digital spielen lassen.

Vor Hitster oder Time’s Up habe ich mich lange gedrückt. Ich dachte einfach, das wär nichts für mich. Aber ich gestehe: Ich habe mich vom Gegenteil überzeugen lassen und inzwischen auch in großen Gruppen mit ausgelassener Stimmung eine Menge Spaß! Da macht sogar auch mein Partner wieder mit!

Was machst du, wenn du dich nicht mit Spielen beschäftigst?

Wenn ich also nicht auf BoardGameGeek und in Brettspiel-Discords abhänge, nicht auf BGA meine Züge mache und keinen Podcast aus der Bubble höre oooooder spiele?

Mit den sportlichen oder naturnahen Hobbies der Kolleg*innen kann ich nicht mithalten. Ich bin schon eher ein Drinnie. Bevor die Brettspiele den größten Teil meiner Freizeit eingenommen haben, war ich tief drin im Videospiel-Game. Ich habe mehrmals die Woche auf Twitch gestreamt, bin zur gamescom und auf Indie-Messen gefahren und war in dem ein oder anderen Podcast zu Gast.

Meine liebsten Genres waren immer JRPGs und Indiegames, vor allem mit narrativem Fokus. Wie auch im Analogen mag ich knobelige Rätselspiele, außerdem Aufbauspiele und Point-and-Click-Adventures. Heute spiele ich viel weniger, und wenn doch, bleibe ich meiner liebsten Reihe Final Fantasy treu.

Wenn es mal nicht um Spiele geht, dann häkele ich knuffige Amigurumis. Wenn es Sport sein muss, dann Tennis. Und wenn es mich mal zappelt, dann geht’s mit Freund*innen in die Karaoke-Bar (in eine eigene Kabine! Nicht auf die Bühne!).
Apropos Bühne: Musicals mag ich auch sehr gerne!

Und zu guter Letzt noch die Abschluss-Fragerunde:

Welcher Song muss bei dir bei der Arbeit laufen?

Entweder Liquid Drum & Bass oder Soundtracks aus meinen liebsten Videospielen. Was dabei aber passieren kann, ist, dass ich in Tränen ausbreche, da ich davon oft so emotional bewegt bin. Seit ich auf Orchester-Konzerten zu Final Fantasy, NieR und anderen Videospielen war und die Musik und ihre Menschen dahinter live erleben durfte, ist das noch schlimmer.

Seit ich kürzlich das erste Mal in Japan war, passiert mir das auch, wenn ich die Jingles der Yamanote-Line höre.

Deine 3 Lieblingsmomente bei BGC?

Bereits das erste Gespräch mit Daniel auf der Berlin Con 2025, als es um eine mögliche Zusammenarbeit mit mir als Freelancerin ging. Ohne groß Arbeitsproben vorzeigen zu können, hat er mir sehr viel Vertrauen geschenkt und mich direkt auf den BGC-Messekatalog losgelassen.

Das erste Mal das ganze Team (leider nur im Video-Call) kennenzulernen und dann auch bald den berüchtigten Betriebssport von Johannes mitmachen zu dürfen.

Und da die Reise für mich gerade erst losgeht, freue ich mich auf viele coole Momente mit BGC, die noch in der Zukunft liegen.

Das nächste Spiel von Board Game Circus wird hoffentlich ein …

…wieder(!) ein mega gutes Solospiel!